Dieser Artikel ist bei levato.de erschienen; einer Firma aus Mainz, die sich auf Lerninhalte speziell für ältere Computer- und Handybenutzer spezialisiert hat. Bei Ihnen liegen auch die Urheberrechte
Viele Menschen denken, dass ein Virenscanner vollumfänglichen Schutz für den Computer und das Smartphone bietet. Oft wird sogar für einen vermeintlich besonders guten Virenscanner auch noch Geld ausgegeben, in der Hoffnung, der Schutz sei dann noch besser. Doch in der Welt der Cyberkriminalität arbeiten die Angreifer längst mit anderen Werkzeugen und nicht jede Bedrohung lässt sich durch eine Antiviren-Software blockieren.
Zwar gibt es durchaus Fälle, die ein Virenscanner erkennen kann. Allerdings sind die wirklich “erfolgreichen” Betrugsmethoden eher solche, die nicht durch einen Virenscanner verhindert werden können. In solchen Fällen ist auch der teuerste und beste Virenscanner machtlos.
Wir zeigen drei mögliche Angriffspunkte, bei denen ein Virenscanner allein nicht ausreicht, und zeigen auf, welche zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen stattdessen sinnvoll sind.
1. Betrug durch Täuschung
Sicherlich haben Sie schon einmal vom “Phishing” gehört. Der englische Kunstbegriff ist eine der häufigsten Betrugsmethoden im Internet und funktioniert fast ausschließlich über psychologische Manipulation. Dabei senden Kriminelle gefälschte E-Mails oder Nachrichten, die wie offizielle Mitteilungen von Banken, Dienstleistern oder anderen vertrauenswürdigen Quellen aussehen. Oft werden die Opfer dabei sogar persönlich angesprochen oder angeschrieben, was den Erfolg dieser Methode ausmacht. Man soll dazu verleitet werden, sensible Daten preiszugeben, etwa Passwörter für Internetseiten oder zum Beispiel Kreditkartendaten. Dabei wird alles so gut getarnt und getäuscht, dass man oft gar nicht bemerkt, wie man selbsttätig die eigenen Daten preisgibt und eintippt. Weil solche Phishing-Nachrichten keinen Virus enthalten, bleibt ein Virenscanner oft wirkungslos. Man sollte Links in E-Mails stets hinterfragen und im Zweifelsfall nicht anklicken. Statt einem Virenscanner hilft hier eher der Spam-Filter im E-Mailprogramm, doch auch dieser erkennt die gefälschten Mails nicht immer. Die beste Waffe gegen diese psychologischen Betrugsmethoden sind also keine Schutzprogramme, Spam-Filter oder Virenscanner, sondern der menschliche Verstand. Ironischerweise werden auch oft gefälschte Virenwarnungen von den Betrügern verwendet.
Das Wort Phishing stammt übrigens vom englischen Wort „fishing“ (Angeln). Es wird bewusst mit „ph“ statt „f“ geschrieben, um es vom herkömmlichen „fishing“ abzugrenzen. Beim Phishing „angeln“ die Cyberkriminellen im übertragenen Sinne nach persönlichen Daten, wie Passwörtern, Bankinformationen oder anderen sensiblen Informationen. Das Besondere beim Phishing ist, dass das Opfer seine Daten am Ende freiwillig preisgibtVertrauen aufbauen und ausnutzen, ähnlich wie der Fisch, der freiwillig auf den Köder beißt. Und dies kann ein Virenscanner nicht verhindern.